Donnerstag, 2. Dezember 2010
Welttag der Menschen mit Behinderungen – barrierefreie Vorweihnachtszeit?
Der heutige Tag soll uns an die Rechte der Menschen mit Behinderung erinnern. Zu oft sind sie im Alltag unsichtbar, ungehört und diskriminiert. Die Sichtweisen von Menschen ohne Behinderungen sind für sie wohl häufig die hartnäckigsten Hürden. Aber es gibt auch gute Neuigkeiten:
Deshalb möchte ich Ihnen ein tolles Projekt von den Berliner Sozialhelden vorstellen. Wheelmap. Hier können Sie barrierefreie Orte für Rollstuhlfahrer in Deutschland und in anderen Ländern finden. Mit Google Map/ Street View macht Wheelmap Rollstuhlfahrer mobil. Helfen Sie mit und mappen Sie einfach noch nicht erfasste, barrierefreie Plätze hinzu.
Der ZDF-Infokanal bringt heute Abend um 23.30 Uhr eine Infonacht mit dem Thema "Alles Inklusive". Sehr sehenswert, trotz später Stunde. Sehen Sie Beiträge zu Themen wie Barrierefreiheit, Integration und Inklusion.
Auch wir von Grenzenlos Barrierefrei Reisen möchten mit unserer Arbeit die Freizeit-Welt in kleinen Schritten verbessern. Die individuellen Aktivreisenangebote sind speziell auf die Wünsche und Bedürfnisse der Reisenden mit Behinderungen angepasst. Bei uns wird Barrierefreiheit groß geschrieben
Freitag, 19. November 2010
Reha Care 2010 - barrierefreie Urlaubsangebote sind immer noch schwer zu finden
In diesem Jahr besuchten meine Teampartnerin Karin und ich die Reha Care 2010 (www.rehacare.de) in Düsseldorf. Von der Steiermark reisten wir fast 1000 Kilometer ins ferne Nordrhein-Westfalen. Hier treffen sich jedes Jahr Experten und Interessierte auf der weltweit größten Fachmesse für Rehabilitation, Pflege, Prävention und Integration. Die Messe war für uns „Pflicht“, denn seit einigen Jahren organisieren wir schon barrierefreie Aktivreisen (http://www.barrierefrei-reisen.at/) in der Steiermark.
In diesem Jahr veränderte sich vieles in dem Bereich, z.B. gründete sich eine deutsche Initiative zum barrierefreien Tourismus. (http://www.deutschland-tourismus.de/DEU/infocenter/barrierefreies_reisen_ag_barrierefreie_reiseziele_in_deutschland.htm). Die Reha Care ist die perfekte Gelegenheit, um die neuesten Trends und Innovationen kennen zu lernen sowie neue Produkte anzutesten. Doch alle 800 Aussteller und Vorträge zu besuchen, das war in 3 Tagen leider nicht möglich.
Alles Wissenswerte zum Barrierefreien Reisen fanden wir in Halle 6. Stundenlang erkundete ich Messestände und unterhielt mich mit verschiedenen Ausstellern sowie Tourismusverbänden. Diese Gespräche kann ich nur so zusammenfassen: Inzwischen gibt es zwar mehr Angebote, doch barrierefreie, individualisierte UND sportliche Reiseangebote sind immer noch Mangelware. Viele klagten, dass oft Unterkünfte oder Sportmöglichkeiten als barrierefrei ausgegeben werden, die letztendlich gar nicht die Kriterien erfüllen. Meine eigenen Erfahrungen, die Gespräche auf der Reha Care und Feedback von Kunden bestätigen mich darin, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen hab. Für mich ist es wichtig, die Reisen individuell auf Kundenwünsche abzustimmen und alle Bedürfnisse einzugehen. (http://www2.steiermark.com/y_350_bf/)
Soweit zum Thema Reisen. Es gab ja noch viel mehr zu sehen und auszuprobieren. Bei der Reha Care ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Karin begeisterte eine Decke, die das Umlagern von Patienten um ein Vielfaches erleichtern sollte. Ihr Fazit: It works.
Sie testete auch neue Rollstühle auf Bequemlichkeit und Tempo. Besonders gut gefiel ihr der Etac E800 (http://www.etac.de/de/Etacde1/produkte/Elektro-Rollstuehle/E800/). Nur das Tempolimit von 6 km/h schmälerte die Freude. Gemeinsam testeten wir weitere Rollstühle und kurvten durch die Gänge, die meist jedoch sehr voll waren.
Mein persönlicher Höhepunkt war die Vergabe des Preises für „Pimp my Rolli“: Dabei wurden selber umgebaute Rollstühle vorgestellt, um den Alltag zu erleichtern. Sehen Sie hier das Video mit den 3 Gewinnern. ( http://www.rehacare.de/cipp/md_rehacare/custom/pub/content,oid,26531/lang,1/ticket,g_u_e_s_t/local_lang,1/~/Pimp_my_Rolli_2010_Preisverleihung_mit_%22Unter_uns%22-Star_Mars_Saibert.html)
Nach 3 Tagen reisten wir mit vielen neuen Eindrücken in die Steiermark zurück und freuen uns schon auf die Reha 2011.
Barrierefreier Aktivurlaub in der Steiermark - Erfahrungsbericht von Ela und Marie
Vom 31.03.2010 bis zum 16.04.2010 haben wir Graz und die Süd-Ost-Steiermark besucht. Dazu haben wir uns ein ganz individuelles Reisepaket von Anja Lenz stricken lassen. Das Strickmuster war schon toll, aber was wir dann erlebt haben, hat unsere Erwartungen noch übertroffen. Und das, obwohl unsere Wünsche schon ganz speziell waren:
Wir, die Eine gehbehindert, die Andere blind, wollten Graz als individuelle Stadttouristen erkunden, Kultur und gutes Essen genießen, Wandern im Rahmen unserer Möglichkeiten, neue Aktivitäten kennen lernen, Schwimmen im warmen Wasser (Therme), Ausflüge in die Umgebung und ins Nachbarland Slowenien. Wir hatten bei unserer Anfrage schon Bedenken, dass unsere Wünsche zu vielfältig und speziell sind, um sie in 2, 5 Wochen Aufenthalt erfüllen zu können.
Aber Anja Lenz hat hier ganze Arbeit geleistet! Das fing schon bei der Auswahl der Unterkünfte an: In Graz hatten wir zwei Einzelzimmer mit Verbindungstür (wo gibt es das heute noch?) im Ibis und sehr zentral am Hauptbahnhof gelegen. Die entsprechende Kultureinlage hatten wir durch die ebenfalls dort sehr häufig untergebrachten asiatischen Reisegruppen. Das bunte Treiben dauerte bis weit in die Nacht und unsere Bitte um etwas Ruhe wurde freudig mit vielen Verbeugungen und Danksagungen beantwortet. Die Ferienwohnung in Bad Radkersburg schlug alle Rekorde. Es war die beste Ferienwohnung, die wir jemals hatten, mit Kreuzgewölbe, alter Stadtmauer als Außenwand, mit riesigem Garten und Hängematten, romantischer Laube, einem mediterranem Innenhof und „Gasteltern“, die den Namen auch verdienen.
Als besonderes Highlight in Graz erlebten wir die Stadtführung, die von Karin Ofenbeck durchgeführt wurde. Ehe wir uns versahen, waren 5 Stunden voller Geschichten, Fakten, persönlichen Eindrücken, Tastmodellen und viel Spaß miteinander vergangen. Auch Insidertipps fehlten nicht!
Nach drei Tagen Graz fuhren wir mit dem Thermenlandtaxi (äußerst stressfreie Variante des Transports) nach Bad Radkersburg an die österreichisch-slowenische Grenze. Bad Radkersburg erinnert an ein altes provencialisches Dorf mit viel Atmosphäre. Die Therme in Bad Radkersburg haben wir nur einmal besucht. Diese ist für mobilitätseingeschränkte Personen nur bedingt nutzbar, die Bademeister versuchten jedoch mit ihren Hilfsangeboten diesen kleinen Mangel auszugleichen. Auffallend ist die Herzlichkeit der Bewohner der Süd-Ost-Steiermark und die unvergleichlichen kulinarischen Angebote in den Buschenschanken und anderen gastronomischen Betrieben sind einfach köstlich.
Die von Anja Lenz organisierten Ausflüge, die sie auch selbst begleitet hat, waren nicht nur wunderschön, sondern waren auch kurzfristig flexibel an das Wetter angepasst. Und wir hatten auch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, durch unsere Behinderungen bei den Touren eingeschränkt zu sein:
Tagesausflug nach Slowenien (Ptuj und Maribor, Schlossbesichtigung und Altstadtrundgänge), Fahrt durch die südliche Weinstraße, Wandern durch die Weinberge, Besichtigung einer Ölmühle, Führung durch die wunderschöne Riegersburg, ein Konzert in Bad Radkersburg und der Schlemmerrundgang in der Schokoladenfabrik Zotter. Und das Glück der Erde fanden wir schließlich auch auf dem Rücken der Pferde.
Anja Lenz hatte noch viel mehr im Köcher und gab uns noch viele Angebote an die Hand, zu allen möglichen Unternehmungen standen uns detaillierte Vorab-Infos , Flyer und Kartenmaterial zur Verfügung. Das Preis-Leistungsverhältnis ist einfach unschlagbar!
Ohne Anja Lenz hätten wir viele Ecken nicht kennen gelernt. Leider war die Zeit viel zu kurz, so dass wir im nächsten Jahr wiederkommen werden, um z. B. Kanu zu fahren und einen Abstecher in einen Hochseilgarten zu machen.
Mittwoch, 11. November 2009
Erfahrungen Großer Stern des Südens von Anna und Leopold
Alles in allem ein Aktivurlaub mit sehr positivem bleibenden Eindruck. Unser Dank gilt dem Veranstalter, dem äußerst umgänglichen Taxichauffeur, dem Hotelpersonal aber auch allen Einheimischen und Zufallsbekanntschaften!
Anna und Leopold
Aktuelle Infos auf www.barrierefrei-reisen.at
Bericht Großer Stern des Südens von Ursula und Kurt
Begonnen hat alles damit, dass wir Ausschau hielten, nach Radwegen, wo noch keine Menschenmassen unterwegs sind und da kam uns diese Radtour“ DER GROSSE STERN DES SÜDENS“ gerade richtig vor.
Doch wenn auch keine hohen Berge zu bewältigen sind, …. Die sogenannten sanften Hügel haben es in sich, da sind schon mal 10 % Steigung zu erklimmen, und Bergwertungen(Entschuldigung-Hügelwertungen) sind auf den Touren keine Seltenheit.
Jedoch der Rundumblick über die schönen Landschaften belohnt einen immer wieder für die Mühe. (Außerdem seien wir ehrlich, jeder geschaffte Gipfel ist gut für unser Ego!!) Und eine alte Weisheit sagt: „Wo es hinaufgeht, geht es auch wieder hinunter“. Also Helm nicht vergessen!!!
Ein Lob verdient Michael, der für die Streckenführungen incl. Kennzeichnungen der Radrouten verantwortlich war(und immer noch ist). Die Wege sind großteils abseits von stark frequentierten Straßen und spiegeln teilweise den Charakter jenes Landes wieder, welches man gerade durchquert(landestypische Häuser, landestypische Strassenverhältnisse, Lokale mit einheimischer Küche).
Apropos Essen! Gaststätten haben wir nicht viele gesehen(vielleicht sind wir so schnell gefahren?) und auch Lebensmittelgeschäfte sind vor allem um die Mittagszeit meistens geschlossen, deshalb Getränke und ev.Müsliriegel mitnehmen.
Zum Abschluss mein Resümee:
DER GROSSE STERN DES SÜDENS ist für Menschen geeignet, die sich nicht mit hundert anderen Radfahrern die Radwege teilen wollen, für Radfahrer, die die Natur und Ruhe genießen wollen, und außerdem sollte man vor allem schon mehr als 100 Radkilometer in den Waden haben.
SCHÖN WAR`S---DANKE Ursula und Kurt aus Langenwang
Infos zur Tour auf www.barrierefrei-reisen.at
Neue Reisen für 2010
Der "Große Stern des Südens" für Leistungsorientierte geht weiter. Hier liegen die Entfernungen zwischen 110 und 65 km. Ausgangsorte sind: Varazdin/Kroatien, Ptuj/Slowenien, Szentgotthart/Ungarn, Güssing/Burgenland, Soboth/Kärnten und Graz/Steiermark. Die leistungsstarken Radfahrer 2009 waren alle begeistert. Kommentare der Gäste sind auf diesem BLOG veröffentlicht.
Wanderer und Naturliebhaber finden nun neben der bewährten "Vulkanlandwanderung" für Genießer auch die "Green Belt Wanderung". Die Mur als Grenzfluss zwischen Slowenien und Österreich ist Teil des Europäischen Green Belt Naturschutzgebiet. Die Wanderung startet in Slowenien am Plac, einem Aussichtsturm inmitten der Weinberge. Weiter geht es über Sentilj an der Grenze zur Mur hinunter. Bei Weitersfeld setzt die Fähre über nach Österreich, auf Zöllnerpfaden geht es nach Mureck. Am zweiten Tag wandert man durch einen Schwarzerlenhain und auf dem bewaldeten Höhenrücken bis nach Straden. Eine Besonderheit ist die Nacht im Winzerzimmer. Der dritte Tag bringt eine Führung im Natura 2000 Blaurackenschutzgebiet mit dem Naturpark-Ranger. Weiter geht es über den Königsberg nach Klöch auf dem erloschenen Klöcher Vulkan. Der nächste Tag kann als Ruhetag für eine Wanderung auf dem Klöcher Traminerweg durch die Weingärten rund um Klöch genutzt werden. Der letzte Wandertag führt nach Bad Radkersburg, dem kleinen historischen Städtchen mit der bekannten Partherme.